
Mit einer PR-Aktion macht Bolt heute gegen ein Mindestbeförderungsentgelt für Mietwagen mobil: Das Unternehmen verschenkt in Berlin 1.000 Döner und warnt vor steigenden Preisen für Fahrgäste. Ich halte diese Aktion für ziemlich daneben. Nicht, weil Bolt seine Position nicht öffentlich vertreten darf. Aber die schwierigen Arbeitsbedingungen vieler Fahrerinnen und Fahrer mit 1.000 Gratis-Dönern zur PR-Kulisse zu machen, ist eine Nebelkerze. Denn über eines spricht Bolt dabei nicht: Das Unternehmen verlangt von Mietwagenunternehmen in Berlin 30 Prozent Servicegebühr. Gleichzeitig haben Kontrollen in den vergangenen Jahren immer wieder Schwarzarbeit, fehlende Sozialabgaben und weitere Verstöße in Teilen des app-vermittelten Mietwagenmarktes aufgedeckt. Genau deshalb fordere ich ein Mindestbeförderungsentgelt. Wettbewerb darf nicht darüber funktionieren, wer Löhne, Sozialabgaben und gesetzliche Vorgaben am weitesten nach unten drückt. Faire Preise, faire Entlohnung und fairer Wettbewerb gehören zusammen. 1.000 Gratis-Döner ändern daran nichts.

