Der „Berlkönig“ kommt nicht in die Gänge

Veröffentlicht am 27.08.2018 in Verkehr

Bildquelle: Abendblatt Berlin

Das BVG-Pilotprojekt „BerlKönig“ sollte eigentlich ab Frühjahr 2018 mit Bereitstellung von 50 Mercedes-Benz-Fahrzeugen im östlichen Berliner Innenstadtgebiet Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg, Prenzlauer Berg starten. Doch bisher hat der Testbetrieb nicht einmal begonnen. Kern des 1. Pilotprojektes des On-Demand Ridesharing Service ist die Bereitstellung eines Art „Sammeltaxi-Angebotes“ für die Innenstadtbezirke, insbesondere Clubgänger und Touristengruppen sollen davon profitieren. Mit diesem Angebot möchte die BVG die appvermittelte Sammelbeförderung von Fahrgästen als On-Demand-Verkehr mit virtuellen Haltestellen testen.

Eine Durchführung des geplanten Pilotprojektes im östlichen Berliner Innenstadtgebiet Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Prenzlauer Berg halte ich für falsch und nicht zielführend. Das Kerngeschäft der landeseigenen BVG sollte die breite Nutzerorientierung im Rahmen der Ausgestaltung von Beförderungsangeboten bleiben. Gerade in Zeiten, in denen die Personalräte sich in offenen Briefen an den Vorstand der BVG wenden und von einer „schwierigen Lage“ bzw. „dramatischen Situation“ sprechen, sollte der Fokus auf dem Brot- und Buttergeschäft liegen.

Die bis zu 300 geplanten digitalen Rufbusse mit Haltepunkten im östlichen S-Bahnring führen zu einer weiteren unnötigen verkehrlichen Belastung der Innenstadt. Hier ist das Angebot durch den öffentlichen Nahverkehr engmaschig getaktet und bereits vielseitig ausgestaltet. Auch die Berliner Taxis sind dabei ein Teil des ÖPNV. Ergänzt wird das bestehende Netz durch Car- und Bikesharing.

Ich sehe innerhalb des Berliner S-Bahnringes für dieses Pilotprojekt weder die verkehrliche Notwendigkeit, noch eine ausreichend große Nutzerinnengruppe. Vielmehr sollte ein solches Projekt für die Berliner Außenbezirke angedacht und realisiert werden, um fehlende ÖPNV-Angebote zu kompensieren.

Derzeit kommt die Umsetzung des Pilotprojektes nicht richtig in Gang. Viele Fragen sind ungeklärt und die Orientierung an den ÖPNV-Standards muss berücksichtigt bleiben. Der Testbetrieb ist immer noch nicht am Laufen.

Ich plädiere dafür, die Planungen zum neuen Nahverkehrsprodukt in der Innenstadt nicht weiter zu verfolgen und stattdessen Angebote für die Außenstadtbezirke zu schaffen. Dorthinein sollten die Ressourcen der BVG fließen. Außerhalb des S-Bahnringes fehlt es noch an der gezielten Bündelung von Verkehren und eng getakteten Beförderungsangeboten.

 

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