365-Euro-Ticket noch in weiter Ferne

Veröffentlicht am 12.12.2019 in Verkehr

Für die aktuelle Dezemberausgabe der "OBM - Zeitung für Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister" habe ich einen Gastbeitrag zum 365-Euro-Ticket verfasst. Diverse Städte erwägen, ein solches Ticket einzuführen. Görlitz und Reutlingen arbeiten bspw. bereits mit einer Zeitkarte. Aber wie sieht es in Berlin mit der dafür erforderlicher Infrastruktur aus? Wie gehen die Verkehrsbetriebe hier mit dem erhöhten Fahrgastaufkommen um?

In Berlin wird schon seit fünf Jahren über die Gratis-Nutzung von Bus und Tram diskutiert. In Tallinn gibt es den kostenlosen öffentlichen Personennahverkehr bereits. Nun ist das Netz des öffentlichen Nahverkehrs in Berlin aber etwas anders ausgestaltet und die Einwohnerzahl in Tallinn ist deutlich geringer als in Berlin.

Jetzt diskutieren wir aktuell auch über das 365-Euro-Ticket. Zu einer langfristigen Einführung eines solchen Tickets hat die SPD Berlin auf Ihrem Landesparteitag am 26. Oktober einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Ich sehe dieses Ticket jedoch noch in weiter Ferne! Unser Schwerpunkt muss zunächst auf der Modernisierung der Netzinfrastruktur und Erweiterung bestehender Streckennetze liegen. In einem zweiten Schritt müssen wir weiter in die Erneuerung der bestehenden Fahrzeugflotte sowie in die Einstellung und Ausbildung von Personal investieren. Wir brauchen einen gut ausgebauten öffentlichen Nahverkehr, der dem steigenden Fahrgastaufkommen gerecht wird. Bis dahin setzen wir neben dem Ausbau der Infrastruktur auch auf faire und günstige Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr.

Wir bieten hierzu in Berlin seit vielen Jahren das Sozial-Ticket an und haben den Preis des Tickets noch weiter gesenkt. Seit August dieses Jahres gibt es das kostenfreie Schülerticket und seit September gibt es das VBB-Firmenticket (Job-Ticket) für weniger als 50 Euro im Monat. Darüber hinaus kostet das Azubi-Ticket nur noch 365 Euro im Jahr und ist in Berlin und Brandenburg gültig. Doch günstige Tarifangebote sind nur eine von vielen Stellschrauben. Ich bin der Auffassung, dass eine gute Infrastruktur über die Zukunftsfähigkeit einer Stadt entscheidet. Wir müssen positive Anreize schaffen: Gute Dienstleistung, hohe Geschwindigkeit, zu einem fairen Preis und guter Verfügbarkeit. Das ist mein Credo! Was nützt es, mit einem 365 Euro-Ticket zusätzliche Fahrgäste in die Stadt schicken zu wollen, wenn die Infrastruktur nicht vorhanden ist und die derzeit zur Verfügung stehenden Verkehrsmittel das Fahrgastaufkommen nicht fassen können? Ein kostenfreier öffentlicher Nahverkehr oder ein 365-Euro-Ticket ist daher für mich erst denkbar, wenn diese grundlegenden Ziele im öffentlichen Personennahverkehr erreicht sind. Wir sollten den 3. Schritt nicht vor dem 1. Schritt machen!

Mehr unter: https://www.obm-zeitung.de/

 

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